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Bratwurst, Stremellachs und Bier
waren die „deutschen Verkaufsschlager“
Hemmoor (rd.) – Vor einigen Wochen fand
in Couhé eine Gewerbeausstellung statt,
zu der Gil Senelier als 1. Vorsitzende
des Gewerbevereins die
Unternehmergemeinschaft Hemmoor
eingeladen hatte. Gil Senelier und
Wolfgang Fels pflegen schon seit Jahren
einen regelmäßigen Kontakt, der die gute
Beziehung festigt. Auch im Vorstand war
man sich schnell einig, die Reise nach
Couhé anzutreten, da genügend Teilnehmer
Interesse bekundeten.
Am frühen Donnerstag morgen setzten sich
zwei Fahrzeuge mit sieben Teilnehmern,
Wolfgang und Waltraud Fels, Bernd Brauer
und Ulrike Iburg, Torsten Wüstenberg,
Bernd Jürgens, Jean-Pierre Beziat
Richtung Couhé in Bewegung, im Gepäck
rund 200 Liter Bier, 200 Bratwürste,
Stremellachs, Osteland-Akquavit und
weitere Spezialitäten aus dem Hadler
Land. Nach rund 16 Stunden hatten sie
ihr Ziel erreicht und bezogen ihre
Quartiere bei den Gastfamilien. Wie bei
den vergangenen Messen auch war der
ehemalige Hemmoorer Manfred Papendick
aus Landau angereist, um das Team zu
unterstützen.
Der Freitag stand zur freien Verfügung
und wurde für einen Ausflug in das 115
km entfernte Cognac genutzt, wo eine
kleine Destillerie besichtigt wurde.
Nach der Rückkehr gegen Abend wurde dann
im Zelt am Sportzentrum der Gewerbestand
aufgebaut und Gerald Tielebörger und
Ralf Drossner, die nachträglich
angereist waren, ergänzten
zwischenzeitlich das zehnköpfige Team.
Im Anschluss gab es noch eine kleine
Feier bei Nikola, der ein altes
Bauernanwesen zu einem Hotel mit großem
Saal für Tagungen und Familienfeiern
umgebaut hatte. Hier nutzte das Team der
Unternehmergemeinschaft die Gelegenheit,
sich für die Einladung zu bedanken und
die offiziellen Gastgeschenke –
2-Liter-Gallonen mit Cronemeyer-Bier aus
Neuhaus - zu übergeben. Als besonderes
Gastgeschenk hatte sich der Vorstand
einen 1,50 m hohen Gingkobaum einfallen
lassen, der mit seinen Doppelblättern
ein Symbol für die Freundschaft und die
Bindung der beiden Partnerstädte stehen
soll. Der Vorstand des Gewerbevereins
Couhé zeigte sich sichtlich gerührt und
erwiderte die Freundschaft am nächsten
Tag mit Gingkoblättern eines bereits in
Couhé stehenden Gingkobaumes.
Am Sonnabendmorgen begann gegen 10 Uhr
der erste Ausstellungsbetrieb, die
offizielle Ausstellungseröffnung fand
gegen 13 Uhr direkt vor dem Stand der
Unternehmergemeinschaft Hemmoor statt.
Von Beginn an fanden die Bratwurst und
das Bier einen guten Absatz. Erstmals
wurde auch geräucherter Stremellachs
angeboten, der für die französischen
Freunde eine Delikatesse war und auch
sehr gut angenommen wurde.
Direkt neben dem Stand der
Unternehmergemeinschaft wurden
Aufzeichnungen von einem regionalen
Fernsehsender gemacht. Gemeinsam mit Gil
Senelier wurde Gewerbe- und
Unternehmerthemen diskutiert.
Wirtschaftlich ist es in Frankreich
zurzeit ähnlich durchwachsen wie in
Deutschland. Die Gastronomie profitiert
jetzt von einem reduzierten
Mehrwertsteuersatz von 5,5 Prozent statt
19,6 Prozent Regelmehrwertsteuer und
reicht diesen finanziellen Vorteil an
die Gäste weiter, indem die alten Preise
in den Speisekarten durchgestrichen und
handschriftlich die reduzierten Preise
eingetragen wurden. Aus diesem Grund
konnten die Gastronomiebetriebe ihre
Umsätze in den letzten Wochen ausbauen
und freuen sich über gut besuchte
Restaurants und Gaststätten. Die
französischen Fuhrunternehmen beklagen
einen Auftragsrückgang, dem lokalen
Handwerk geht es hingegen noch gut, dort
ist keine Rezession spürbar. Das
Kraftfahrzeuggewerbe profitiert auch in
Frankreich von einer Abwrackprämie,
zurzeit zahlt der Staat 1000 EUR für
jedes Abwrackauto und auch die
Hersteller geben weitere 1000 EUR dazu.
Dieses staatliche Programm läuft zum
nächsten Jahr weiter, allerdings wird
der Betrag nicht komplett gestrichen
sondern auf jeweils 750 EUR reduziert.
Am späten Nachmittag und auch am Sonntag
traten auf der Gewerbeausstellung
diverse Unterhaltungskünstler auf, die
für Kurzweil sorgten. Die französischen
Gastgeber luden das Hemmoorer Team am
Mittag zum Austern-Essen ein und sorgten
auch sonst dafür, dass es am leiblichen
Wohl nicht mangelte.
Am Abend nach der Ausstellung wurde das
Team der Unternehmergemeinschaft zu
einem offiziellen Abend in die
Markthalle eingeladen, an dem rund 150
Gäste teilnahmen. Es gab dort ebenfalls
ein Unterhaltungsprogramm und
anschließend wurde auch noch das
Tanzbein geschwungen. Obwohl die Feier
gegen Mitternacht beendet war, endete
dieser Abend für den einen oder anderen
des Hemmoorer Teams erst in den frühen
Morgenstunden.
Am Sonntag setzte massiver Regen ein,
der auch den Hemmoorer Unternehmern zu
schaffen machte, weil das Wasser unter
den Zeltwänden durchlief und die Kartons
durchnässte. Trotz der damit verbundenen
Unannehmlichkeiten ließ sich das Team
dadurch die Stimmung nicht vermiesen.
Auch die sprachlichen
Verständigungsschwierigkeiten hinderten
nicht daran, dass es zu sehr netten und
interessanten Kontakten kam. Wenn man
nicht weiterkam, wurde Jean-Pierre
Beziat in das Gespräch mit eingebunden,
der sich als französischer Staatsbürger
sehr versiert mit den Einheimischen
verständigen konnte. Ihm gelang es auch,
nach Marktschreiber-Manie den restlichen
Stremellachs unter das Volk zu bringen,
den man nicht mehr mit zurück nach
Deutschland nehmen wollte.
Nachdem am Abend alle Vorräte
weitestgehend verkauft und alle mit
französischen Spezialitäten versorgt
waren, ging es dann ans Einräumen, bevor
im Anschluss in einem kleinen Rahmen
noch gemütlich zusammengesessen und
gefeiert wurde. Bernd Jürgens entpuppte
sich – mit Unterstützung von Jean-Pierre
Beziat – zu später Stunde noch als
Animateur, indem er versuchte, das
Schauspiel „Die Burg“ zweisprachig
aufzuführen, was bei allen Beteiligten
gut ankam.
Am Montagmorgen trat das Team dann die
Heimreise an und traf wohlbehalten in
der Nacht auf Dienstag gegen 2 Uhr in
Hemmoor ein. Alle Beteiligten waren sich
einig, trotz der großen Anstrengungen
bei der nächsten Tour wieder dabei zu
sein.
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